2 Jahre WordPress – Zeit für ein Resümée

Heute auf den Tag genau habe ich meinen ersten Blogeintrag auf wordpress geschrieben. ZWEI Jahre ist das schon her!

Solange war ich noch nie bei einem Bloganbieter. Sonst bin ich schon ein paar Monate später wieder weg, wie Fußspuren im Wüstensand.

sandQuelle: http://ethicalimpact.wordpress.com

Wieviel ist in dieser Zeit geschehen. Und doch habe ich das Gefühl, dass sich nichts geändert hat. Aber das stimmt nicht. Auch wenn die Welt sich nicht plötzlich rückwärts dreht, habe ich mich doch verändert.

Auch wenn man sich so intensiv selbst betrachtet, wie Forscher eine Bakterie unterm Elektronenmikroskop, fallen einem Veränderungen an einem selbst meist erst als Letzter auf. Am 10.09.2011 postete ich meinen ersten Blogeintrag. Ganz süß und naiv und unschuldig. Wenn der wüsste.

Drei Monate später schon der erste Cooldown. Kündigung. Und dann ging es erst richtig los. 2012 war mein Jahr. Mein Untergang. Und mein Aufstieg.

Im März/ April wäre ich beinahe obdachlos geworden, wollte mich schon vors Auto werfen. Dann die Wohnung, aber immer noch kein Ziel. Dann die Chance, am Tageskolleg das Abitur nachzuholen.  Ich dachte, es ginge wieder bergauf. Dann 2013, wieder April – der nächste Schlag. Nachzahlung der Krankenkasse. Tiefes Loch im Geldbeutel. Das eine Loch mit dem anderen gestopft.

Dann im August die Rechnung – eine Zwangsvollstreckung, die dann doch nicht wirkte; eine Zwangsräumung, die ich verhinderte; einen Schufa-Eintrag, den ich umging – dafür Ratenzahlung.

Und heute?

Ich habe eine Wohnung. Ich bin in der 12. Klasse . Ich bin Klassensprecher. Ich bin in der Theater-Gruppe. Ich habe einen Kater. Ich bin wieder in einer Bibliothek angemeldet (seit Montag^^) . Ich habe endlich meinen Turbo-Rechner (der sich dauernd aufhängt, aber dafür funktioniert endlich das Internet). Ich habe Schulden. Ich fahre diesen Monat nach Krakau/Ausschwitz (das Geld wird mir von einer sehr guten Freundin vorgestreckt) . Ich habe Zahnarzttermine, vor denen ich fürchterlich Angst habe. Ich kann diesen Monat kaum meine Raten zahlen.

Nächstes Jahr ist eine Sprachreise nach Schottland geplant. Ich will da mit.

Ich weiß, es ist hart. Aber ich habe es bisher immer geschafft. Ich habe Rückhalt. Leute, die mich auffangen, bevor ich Totalschaden erleide. Auch, wenn ich erst kurz vor „Bumm“ nach Hilfe frage. Ich kann das halt so schlecht. Aber ich weiß, ich werde es schaffen. Ich glaube daran. Ich stelle es mir vor. Ich visualisiere es mir.

Wie ich schuldenfrei bin und mein Konto ausgeglichen. Wie ich mir neue Schuhe kaufe, in die kein Wasser fließt. Wie ich ein neues Fenstergitter kaufe. Eine Kamera für meine Videos. Computerspiele.

IMG_20120617_191510

Wie ich einfach wieder lachen kann. Mich mit Freunden treffen kann, ohne gleich zu sagen “ Ich hab aber kein Geld dafür, irgendwo hinzugehen.“

Ich will wieder leben.

Ich werde leben.

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